Beim Browser-Hijacking werden
die Einstellungen des MS IE durch ein externes Programm so modifiziert, dass
beim Start des Browsers nicht die gewohnte Standard-Seite angezeigt wird, sondern
dass Sie auf einer Werbeseite (oft mit pornografischem Inhalt) landen - also
"entführt"
(engl. "to hijack")
werden. Dasselbe kann Ihnen auch passieren, wenn Sie eine Adresse (URL) neu
oder gar falsch eigeben. In letzterem Fall sehen Sie dann die Werbeseite anstelle
der Microsoft-Suchseite.
Zusätzlich können die Favouriten ergänzt bzw. verändert
werden!
Oben genannte Probleme sind häufig mit dem Download/ Aufruf eines 0190-Dialers kombiniert
Eines vorweg: Obwohl prinzipiell
alle Browser modifiziert werden können, ist i.a. immer nur der MS IE betroffen.
Dies liegt u.a. daran, dass nur beim Internet Explorer ohne Zutun des Users
entsprechender Code ausgeführt werden kann - z.B. sog. "Browser
Helper Objects" (BHO). Ein solches Programm ist z.B. der per E-Mail
versendete Trojaner Startpage.
Die Installation von BHOs kann allerdings auch auch über andere Wege, z.B.
Active-X-Applets, erfolgen!
Achtung: BHOs können auch dazu verwendet
werden, um das gesamte Userverhalten bzw. die Kommunikation mit einem Server
(inkl. Passwords etc.) aufzuzeichnen!
Es gibt viele Stellen, an denen sich der Browser-Hijacker festsetzen kann. Nachfolgende Liste soll als Anhaltspunkt dienen, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
Am häufigsten werden Änderungen in der Registry durchgeführt:
Zusätzlich wird unter HKEY_LOCAL_MACHINE\Microsoft\Windows\Current Version\Run ein häufig zusätzlich installierter Trojaner gestartet, der die o.g. Einstellungen beim Starten von Windows wieder herstellt.
Eine weitere Quelle der Veränderung ist das Hosts-File (c:\windows\system32\drivers\etc\hosts), das zur lokalen Namensauflösung verwendet wird und vor der Abfrage des DNS-Servers abgearbeitet wird. So kann einem beliebigen (gültigen) DNS-Namen eine beliebige IP-Adresse zugewiesen werden.
Selbstversuch:
Wenn Sie einmal ausprobieren wollen, wie das funktioniert, dann öffnen Sie die hosts-Datei (am Besten mit dem Notepad) und fügen - unterhalb der Zeile 127.0.0.1 local host - folgenden Eintrag hinzu: 216.109.118.65 www.google.com
Nun rufen Sie mit Ihrem Browser www.google.com auf - und wundern sich über nichts mehr!
Hinweis: Dieser Test ist vollkommen harmlos. Sie sollten nur am Ende nicht vergessen, den neu gemachten Eintrag (216.109.118.65 www.google.com) zu entfernen!
Wie immer gibt es verschiedene Tools, um Ihren PC zu säubern. Die wichtigsten - für den privaten Gebrauch kostenlosen - Tools sind:
| Spybot Search & Destroy | auch bei Tucows |
| CW Shredder | findet und entfernt "Cool Web Search" (CWS) - eine deutschsprachige Beschreibubg gibt's hier |
| Hijack This | |
| weitere Programme | |
Sollten Sie mit dem Ergebnis der o.g. Programme nicht zufrieden sein, können Sie natürlich auch eine manuelle Säuberung durchführen. Hierzu untersuchen Sie alle o.g. Registry-Einträge auf verdächtige Änderungen/ Text. Zusätzlich sollten Sie Ihre registry noch nach dem Namen der umgeleiteten Webseite durchsuchen und diese löschen,
Wie oben schon erwähnt,
ist i.a. immer der MS IE betroffen. Sie sollten deshalb (aber nicht nur deshalb)
ernsthaft erwägen, auf einen anderen, sicheren Browser umzusteigen (z.B.
Mozilla/ Firefox).
Zusätzlich sollten Sie natürlich immer einen aktuellen Virenscanner
auf Ihrem rechner haben und keine unbekannten/ verdächtigen Anhänge
öffnen. Denken Sie hierbei bitte daran, dass ein Spammer seine E-Mail mit
jedem beliebigen Absender (also auch der von Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern)
versehen kann!
| Seite des BSI | umfassende und seriöse deutsche Seite des Bundesamtes für Sicherheit und Informationsschutz - Version zum Ausdrucken bei heise.de |
| Security Info | alles Wichtige auf einer (DIN A4) Seite |
| Browser Hijacking von Michael Harms | ausführliche Beschreibung bei/ von freenet.de |
| spywareinfo.com | ausführliche englische Seite |
| Beginners Guide | von PCSTATS (englisch) |
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Seite wurde am 16.8.2004 erstellt, |